Nach­hal­tige Gestal­tung einer neuen Rea­lität im Zeit­alter der digitalen
Transformation
Dies ist das dritte Mal in den 57 Jahren der IPMA, dass wir unsere Dele­gier­ten­ver­samm­lung virtuell
abge­halten haben, immer noch von der glo­balen Pan­demie beein­flusst. Diese Situa­tion hat dazu
geführt, dass wir alle wei­terhin lernen müssen, wie wir uns mit der not­wen­digen Trans­for­ma­tion an
diesen Kon­text anpassen.
Wie wir in diesem Jahr auf ver­schie­denen IPMA-Ver­an­stal­tungen welt­weit über diese
Pan­de­mie­pe­riode berichtet haben, hat Resi­lienz – die Fähig­keit, auf die Krise zu reagieren – vielen
Orga­ni­sa­tionen geholfen, ein tur­bu­lentes Jahr zu über­stehen. Dabei geht es auch um die Aufklärung
und die Erho­lung des gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Lebens.
In den Tagen vor unserer Dele­gier­ten­ver­samm­lung haben wir gemeinsam mit unserem russischen
Ver­band grosse Anstren­gungen unter­nommen, unseren 32. Welt­kon­gress durch­ge­führt. Er wurde
vom letzten Jahr ver­schoben und fand dieses Jahr in einem hybriden Format statt, sowohl online als
auch vor Ort in der Stadt Sankt Peters­burg. Das Motto des Kon­gresses lau­tete «Pro­ject Management
in der Ära der digi­talen Transformation».
Die digi­tale Trans­for­ma­tion geht weit über die IT-Moder­ni­sie­rung hinaus, vom Cloud Computing
über die digi­tale Opti­mie­rung zur Erfin­dung neuer digi­taler Geschäfts­mo­delle. Im Allgemeinen
bezieht sie sich auf die Nut­zung und das Manage­ment digi­taler Tech­no­logie zur Ent­wick­lung oder
Schaf­fung neuer PM- und Geschäfts­pro­zesse. Folg­lich tan­giert es die Projektportfolio-Praktiken,
ange­wandte Methoden und Metho­do­lo­gien, Werk­zeuge, Tech­niken und die damit verbundenen
Kompe­tenzen. Für die digi­tale Trans­for­ma­tion unseres Berufs­standes ist die Bewer­tung von
Kun­den­be­dürf­nissen anzu­passen, sind Tech­no­lo­gien zu nutzen, die Pro­jekt­er­geb­nisse zu verbessern
und die neue End­nut­zer­er­fah­rung und ‑zufrie­den­heit ein­zu­be­ziehen. End­nutzer sind unsere Kunden,
Mit­ar­beiter sowie andere rele­vante Sta­ke­holder wie die Gesell­schaft als Ganzes. IPMA hält es für
wichtig, dass dieser Wandel auf nach­hal­tige Weise stattfindet.
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Beim Manage­ment der digi­talen Trans­for­ma­tion geht es darum, Unter­nehmen weiterzuentwickeln,
indem sie mit neuen Tech­no­lo­gien expe­ri­men­tieren und die bis­he­rige Her­an­ge­hens­weise an
all­ge­meine Pro­bleme über­denkt. Da es sich um eine Ent­wick­lung han­delt, hat eine Transformation
nicht unbe­dingt einen klaren End­punkt. Es ist ein kon­ti­nu­ier­li­cher Pro­zess, bei dem sich das
Manage­ment ständig an einen sich wei­terhin ver­än­dernden Kon­text anpasst. Hierfür sind jeweils
eine klare Stra­tegie, Pro­gramme, Pro­jekte und Port­fo­lios für jede Organi­sation erfor­der­lich, die
geeig­nete Ziele und Wege zur Ver­bes­se­rung der End­nut­zer­er­fah­rung findet und realisiert.
Die nach­hal­tige digi­tale Trans­for­ma­tion ist von ent­schei­dender Bedeu­tung, denn sie ermög­licht es
Orga­ni­sa­tionen, sich an einen sich ständig ver­än­dernden Kon­text anzu­passen und ihre Arbeitsweise
kon­ti­nu­ier­lich zu opti­mieren. Ich bin über­zeugt, dass die Stra­tegie zur Ver­bes­se­rung und nachhaltige
digi­tale Trans­for­ma­tion in einer Organi­sation aus drei Säulen besteht:
1. Kun­den­er­fah­rung und ‑zufrie­den­heit;
2. Betrieb­liche Pro­zesse (mit Schwer­punkt auf der PP&PM-Entwicklung) und
3. Geschäftsmodelle.
Ein effek­tiver Ansatz für die digi­tale Trans­for­ma­tion schafft einen Rahmen, dem jede Organisation
wäh­rend der stän­digen Wei­ter­ent­wick­lung folgen kann, wobei zu berück­sich­tigen ist, was die
Organi­sation zu errei­chen hofft in Bezug auf Pla­nung, Über­wa­chung, Kon­trolle und Nachverfolgung
des Prozesses.
Die IPMA ICB© Ver­sion 4 (Indi­vi­dual Com­pe­tence Base­line) adres­siert Wandel und Trans­for­ma­tion im
Kom­pe­tenz­be­reich der Prak­tiken wie folgt:
Neu ent­wi­ckelte Fähig­keiten sind nur von Nutzen, wenn sie auch ange­wandt und von den
ent­spre­chenden Orga­ni­sa­tionen und Emp­fän­gern unter­stützt werden. «Change» (Ver­än­de­rung einer
aktu­ellen Situa­tion unter Beach­tung der Ver­gan­gen­heit) und «Trans­for­ma­tion» (aus neuen
Situa­tionen ent­ste­hende Ent­wick­lung, basie­rend auf einer Zukunfts­vi­sion) lie­fern die Pro­zesse, Tools
und Tech­niken, die den Ein­zelnen und Orga­ni­sa­tionen dabei helfen können, erfolg­reiche Übergänge
hin­sicht­lich Per­sonal und Organi­sation vor­zu­nehmen, die in der Annahme und Ver­wirk­li­chung von
Ver­än­de­rung resul­tieren. (Quelle: Swiss ICB4).
Der Vor­sit­zende der IPMA-Dele­gier­ten­ver­samm­lung, Dr. Jesus Mar­tinez Almela hebt hervor, dass
das, was jetzt im Ver­än­de­rungs- und Trans­for­ma­ti­ons­ma­nage­ment zu tun ist, weit­ge­hend von
fol­genden Fak­toren abhängt: Aus­mass der Ver­än­de­rung des täg­li­chen Lebens von Einzelpersonen
und Gruppen; Kultur und Wer­te­sys­teme; Erfah­rungen mit ver­gan­genen Veränderungen.
Ver­än­de­rung und Trans­for­ma­tion geschehen nicht primär «by design» und sind in der Regel kein
linearer Pro­zess. Die Wirk­sam­keit der Ver­än­de­rungen muss regel­mässig über­wacht und bewertet
werden und die Ver­än­de­rungs- oder Umge­stal­tungs­stra­tegie ist anzu­passen. Die
Ver­än­de­rungs­ka­pa­zität und die Kompe­tenzen von Men­schen, Gruppen oder Orga­ni­sa­tionen sind zu
berück­sich­tigen. So werden sie bei der erfolg­rei­chen Anpas­sung oder Umge­stal­tung unterstützt.
Wir werden unsere Arbeit welt­weit fort­setzen, die Zukunft als viel stärker trans­for­miert, digitalisiert
und nach­hal­tiger sehen und uns mit unserer neuen Rea­lität auseinandersetzen.
Dr. Jesus Mar­tinez Almela, Vor­sit­zender der IPMA-Delegiertenversammlung

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